Das Christfest in Zeiten der Krise

Wenn wir unseren Weihnachtsbraten auf dem Krisenherd zubereiten, wird er zwar nicht genießbarer, dafür wird er aber schneller kross.
Gestern Jerusalem, Paris, London, Brüssel, Nizza, Krim, heute Aleppo, Ankara, Washington, jetzt auch Berlin – die Krisen sind schauriger Alltag. Sie kreißen allenthalben, ziehen immer weitere Kreise und gebären den Terror allüberall. Nur schön und richtig, dass wir uns unser hochchristliches Weihnachtsfest von niemandem vermiesen lassen – schon gar nicht von grassierenden Krisen oder den ganzen Gestörten, die sie permanent hochkochen.

Denn unser christliches Weihnachten ist schließlich DAS Fest der Liebe. Alles Gute für 2017!

 

Advertisements

Alice Schwarzer schuld am BREXIT?

Wie gerade kolportiert wurde, trägt wohl Alice Schwarzer einen guten Teil  politischer Verantwortung für den BREXIT. Gut unterrichteten Kreisen zufolge soll es ihr gelungen sein, im Mutterland der Unabhängigkeitsbestrebungen eine signifikante Anzahl britischer Alt-Suffragetten um sich zu scharen, die wiederum eine breite Basis an BREXIT-Befürworterinnen aktivieren konnten (siehe Beweisfoto, Pfeil).

Alice im BREXIT-Wunderland, (c) web.de vom 24.06.2016
Alice im BREXIT-Wunderland ?, (c) web.de vom 24.06.2016

Als Motivation für ihre Fremdagitation wird ihre, besonders im fortgeschrittenen Alter immer klarer zutage tretende Xenophobie, speziell in Bezug auf männliche und womöglich testosteron- oder religionsgesteuerte Angehörige fremder Kulturkreise, vermutet.
Wie weiterhin bekannt wurde, hatte Frau Schwarzer bereits unmittelbar nach den Ereignissen der Kölner Silvesternacht um politisches Asyl im Vereinigten Königreich gebeten. Das durch Merkels fahrlässige Flüchtlingspolitik geöffnete Einfallstor Deutschland erscheine ihr nicht mehr sicher, so hieß es.
Nach dem erfolgreichen Referendum für den EU-Ausstieg Großbritanniens soll sie nun notorischen Schwarzsehern eine Absage erteilt haben: Wenn es nach Ihr gehe, sollte und könnte es künftig deutlich mehr notorische Schwarzerseherinnen geben.

P.S.: Ähnlichkeiten mit Personen gleichen Geschlechts, Alters, Namens oder gleicher politischer Gesinnung und Physiognomik sind durchaus beabsichtigt, aber keineswegs diskriminierend gemeint.

 

Brex und hopp

Der Preis der Freiheit ist höher als das Flaschenpfand
Der Preis der Freiheit ist höher als das Flaschenpfand
Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Und die lebt nun einmal davon, dass Dinge ein begrenztes Haltbarkeitsdatum haben, Punkt. (Oder besser: Grüner Punkt?) Alles andere ist doch reine Sozialromantik, oder?
Andererseits:
Nichts ist haltbarer als ein solides Provisorium, heißt es. Ebenso wird menschlichen Partnergemeinschaften, die man als Zweckbündnis einstufen kann, ein eher überdurchschnittlich hohes Haltbarkeitsdatum nachgesagt.
Hingegen hält ein Lebensbund auf rein emotionaler Basis meist eben nur so lange, wie die Liebe währt, bevor einer der Beteiligten aus dem Partnergespann ausschert.
Insofern hatte die Beziehung der Briten zur EU eigentlich günstige Voraussetzungen, einen gemeinsamen, wenn auch unspektakulären Lebensabend zu erreichen.
Wenn, ja wenn da nicht die Verlockung von Freiheit und Abenteuer wäre, die selbst im fortgeschrittenen Lebenszyklus noch ihre destruktive Vitalkraft zu entfalten vermag.
So manches Beziehungsdrama im Rentnermilieu erzählt da seine eigene Geschichte mit oft tragischem Ausgang.
Denn wenn erst die unterdrückten Emotionen ihr Recht verlangen und auch zugesprochen bekommen, gibt es kein Halten mehr. Dass es überhaupt dazu kommen kann, liegt einfach in der menschlichen Natur: Die Vernunft als Errungenschaft des menschlichen Geistes liefert uns die Trittleiter aus dem Sumpf dumpfer Nur-Existenz. Vernunft ist die Basis von Zivilisation. Zivilisation ist eingehegte Barbarei. Vergleichbar vielleicht mit einem umhegten und sorgsam bewachten Schafspferch, den der Wolf der Wildheit nächtens umschleicht. Doch dieser ist in der Enge des Pferches nicht präsent in den Köpfen der Schafe, die von der Freiheit fantasieren und von saftigen Weiden, die nur ihnen zustehen. Wo der Stachel der Unzufriedenheit löckt, ist kein Platz mehr für Vernunft. Die Geschichte lehrt uns schmerzhaft: Emotion = Destruktion. Das gilt für Individuen ebenso wie für Institutionen, Staaten und Staatengemeinschaften. Es bedeutet meist nichts weniger als die Bankrotterklärung der Vernunft. Und wenn der Pferch erst offen ist, kann das Gemetzel beginnen.
Die sprichwörtliche britische Exzentrik zählt eindeutig zu den liebenswerten Eigenschaften des eigenwilligen Inselvölkchens am Rande von Resteuropa. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass es schon immer für eine gewisse Unwucht im ohnehin knirschenden EU-Getriebe gesorgt hat.
Solange das Gesamtkonstrukt halbwegs solide war, hielt der Laden dennoch zusammen.
Doch die ungleiche, fundamental kapitalistisch ausgerichtete wirtschaftliche Lastenverteilung auf Kosten von Großteilen der EU-Bevölkerung wie auch der unbarmherzig ausgebeuteten Restwelt fordert nun ihren Tribut. „Macht kaputt, was Euch kaputt macht!“ Dieser Sponti-Schlachtruf verhallte leider ungehört im sich anschließenden Konsumrausch der 80er und 90er Jahre des letzten Jahrtausends. Insofern läge in der sich nun anbahnenden Selbstzerstörung der EU auch eine große Chance – wenn nur die niedergeblökten Stimmen der Vernunft gehört würden. Doch die Betrachtung der Geschichte belehrt uns schmerzhaft eines Schlechteren. „Vox populi – Vox Rindvieh!“ so lautet der Spruch, der allen Verfechtern von mehr Basisdemokratie die Ohren klingeln lässt. Weil das Rindvieh per se eben leider über kein historisches Gedächtnis verfügt – ebensowenig wie über ein Talent zur reflexiven Vernunft. Das gilt übrigens nicht nur für den Hoheitsbereich der Britischen Inseln: Rinderwahn gibt’s überall. Besonders auch unter Schafen.
Das Volk hat seine Wahl getroffen. Es wird, wie stets, den Preis dafür zu bezahlen haben. Denn was man heute leichtfertig wegwirft, fällt einem morgen schmerzhaft auf die Füße.
This was it. And the worst is yet to come.

Angsthasen-Alarm!

Also, ich habe ja nichts gegen Angsthasen.

Nein, wirklich! Auch Angsthasen haben auf ein Recht auf Leben. Sogar bei uns, und auch wenn ich sie persönlich nicht verstehe oder sie auch nicht wirklich leiden kann. So viel Toleranz muss sein in einer Demokratie, oder?

So ein paar von denen kann ein Land auch sicher verkraften, sogar, wenn es selbst ein starkes Land wie unseres schwächen kann. Aber Angsthasen gibt es selbstverständlich schon immer, und man kann sie ja schließlich nicht einfach wegsperren oder ausweisen oder so. Wohin auch ausweisen, vielleicht nach Angsthasistan? Und natürlich ist es Privatsache, wenn einer Angst hat, das kann man schließlich niemandem verbieten, oder? Das ist durch unsere demokratische Grundordnung geregelt. Recht auf freie Angstentfaltung. Das kann und will auch niemand ernsthaft in Frage stellen.

Also nochmal: Ich! Habe! Nichts! Gegen! Angsthasen!

ABER!

Wenn Angsthasen plötzlich in Massen auftreten, dann sieht die Sache doch anders aus. Dann herrscht hier Angsthasen-Alarm! Das kann man jetzt überall im Land beobachten. Allenthalben rotten sich Angsthasen zusammen. Man weiß gar nicht, wo sie sich bisher versteckt gehalten hatten in ihrer Angst, aber jetzt kann man sie überall sehen und hören. In den Städten, auf den Dörfern, auf Plätzen, in Hallen, auf Veranstaltungen und bei Demonstrationen. Und besonders im Osten von Deutschland scheint es Angsthasen-Populationen bisher ungeahnten Ausmaßes zu geben. Sie zittern sich gemeinsam warm, Sie gründen sogar Parteien, und stecken andere ängstliche, arglose und vor allem ahnungslose Bürger mit ihrer Angst an. Und mit ihrer kollektiven Angstpsychose versetzen sie vor allem Schutzbedürftige und Schutzsuchende in Angst und Schrecken. Dabei skandieren sie seltsame Parolen, wie „Wir sind die Angst!“ „Weg mit den Osterhasen!“ (gemeint sind Diejenigen, die aus dem Nahen Osten und dem Orient zu uns gekommen sind, und vor denen die Angsthasen besonders große Angst zu haben scheinen).

Aber damit nicht genug: Weil die Angsthasen im Schutz ihrer aufgebrachten Masse plötzlich unglaublich mutig werden, gehen sie sogar zu feigen und heimtückischen Angriffen gegen noch Schwächere über. Sie fallen über ihre Opfer her, beschimpfen und massakrieren sie, sie zünden deren Behausungen an, oder versuchen, sie auf alle erdenkliche Arten loszuwerden und aus dem Land zu treiben. Damit gewinnen ihre Anhänger und Repräsentanten jetzt sogar massiv Stimmen bei Landtagswahlen in unserem Land.

Noch einmal, und damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich habe wirklich eigentlich keine Vorbehalte oder Vorurteile gegen Angsthasen. Und zwar ganz egal wie sie aussehen, welcher Rasse, Religion, Weltanschauung oder politischen Richtung sie angehören. Oder welchem Geschlecht.

Aber diese Angsthasen sind eine Zumutung für unsere Gesellschaft. Sie scheißen sich ein vor lauter Schiss, und rennen mit ihrer braun befleckten Gesinnung durch unser Land, die zum Himmel stinkt. Sie rotten sich zusammen, sie rammeln hemmungslos inzestuös miteinander, und vermehren sich unheimlich schnell und ungehemmt. Und vor allem unkontrolliert, denn der Staat und seine verantwortlichen Organe schauen diesem Treiben teils tatenlos zu.

Denn tatsächlich gibt es jede Menge Verfassungs- und Artenschützer oder vermeintlich politischer Korrektheit verpflichtete Gutmenschen, die die Angsthasen am liebsten unter Artenschutz stellen würden, nach dem Motto: „Ach, lasst doch die armen Angsthasen, die tun doch keinem ‚was zuleide!“ „Die wollen doch nur spielen!“ „Wer vor diesen Angsthasen Angst hat, ist selber einer!“ „Wir müssen die berechtigten Ängste dieser Angsthasen ernst nehmen!“

Oder auch: „Die Angst des Menschen ist unantastbar!“

Manche Staatsorgane gehen sogar so weit, zu sagen: „Wer diese Angsthasen angreift, ist ein Staatsfeind, denn sie sind die wahren Opfer!“ Und dann verfolgen sie erbarmungslos alle, die sich auf perfide und verleumderische Art zu Angsthasen-Opfern stilisieren.

Ich denke, wir können die Alarmsignale dieser Angsthasen-Krise nicht länger ignorieren. Lange hatte ich kein Problem mit Angsthasen, aber allmählich wird es Zeit, Ihnen zu zeigen wo die Grenzen sind. Denn wenn sie sich weiterhin so hemmungslos ausbreiten, und sich weigern, sich an unsere Regeln und Gesetze halten, kann man das nicht einfach so hinnehmen. Und falls wir das doch tun, und der Angstinvasion weiterhin keine Gegenwehr leisten, wird sich für uns alle unweigerlich die Frage stellen: Wollen wir wirklich ein Volk von Angsthasen sein, und wie wollen wir unseren Nachkommen dann erklären, dass sie alle von Angsthasen abstammen?

Aber vielleicht irre ich mich ja, und wir SIND ein Volk von Angsthasen, dessen wahre Identität bisher nur unterdrückt wurde? In diesem Falle muss ich Frau Merkel folgen, und leider sagen: Dann ist dies nicht mein Land.

Siegfried Galter, 14. 03. 2016

Auf der Flucht: Es gibt kein Entrinnen

Das Gesicht der Hoffnung

Die Wüste in uns

Turban, Kaftan, Leichentuch
dahinkadavernd
im Verlies
verlor’ner Träume

Mumienfluch
hält Samariter auf Distanz
Auferstehung ist kein Leben
Barmherzigkeit bringt nur der Tod

Ausgelaugte Augen
orientalisches Lichtgebet
lobpreisend die Weisheit
der Wüstengeier

Ein kleines Bröckchen Leben nur
an kargen Fels geschmiedet
Offenes Herz
entgegenpochend der Erlösung
mit jedem Flügelbeben

Heimaterde
will ich werden
den bodenlosen Geist
in Wanderdünen betten
Morgenröte
zuletzt

© Siegfried Galter 29/04/04